- Es ist anzunehmen,
dass es die beiden Schützen sind, die sich hier hinter ihrem
Opfer ablichten lassen. Auf das Opfer wird hier noch einmal geschossen.
Vom zweiten Weltkrieg wird berichtet, dass nicht wenige Wehrmachtssoldaten
Photos von ihren getöteten Opfern bei sich trugen.
- "Welche
Funktion haben solche Fotos für den der sie "schießt"?
Es ist unwahrscheinlich, dass diese Soldaten in der Kriegssituation
gegen den deutschen Staat Belastungsmaterial sammeln wollten.
Die Photos erscheinen vielmehr wie der Beweis für eine Befehlsgewalt
über den anderen und wie ein Beleg für die Macht,
ihn auszulöschen. Dabei dienen sie offenbar auch der Vergewisserung,
dass man selbst zu den "Überlebenden" gehört.
Die Bilder mit den Erschießungen der anderen transportieren
für den Soldaten offenbar die Hoffnung, dass der Tod dem
anderen vorbehalten bleibt. Durch das am eigenen Leibe
getragene Photo vom Grauen, das dem anderen widerfährt,
soll der Tod vom Ich ferngehalten werden."
- (Christina
von Braun in "Versuch über den Schwindel-Religion,
Schrift, Bild, Geschlecht" Pendo 2001)
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